Dyskalkulie / Rechenschwäche

Zahlen, nein danke!!

Nicht mal eben verrechnet oder zu wenig geübt!!!

 

Betroffene: Grundschulkinder/ Schüler in weiterführenden Schulen/Azubis in der Berufsschule/Erwachsene

Wege aus der Rechenschwäche – unverzichtbare mathematische Grundlagen 

 

Kinder in der Grundschule – „Mathe kann ich nicht“ 

Kommt es bereits in ersten Schuljahren über einen längeren Zeitraum zu hartnäckigen Schwierigkeiten beim Rechnen und sind die sehr viel schlechteren Leistungen beim Rechnen auf die Mathematik begrenzt, so führt ein Weiter- und Mitlernen in der Klasse nicht zu wesentlichen Verbesserungen. Mathematische Lernprozesse verlaufen von Kind zu Kind höchst unterschiedlich. Im Sinne der Diversität ist nicht zu erwarten, dass alle Schüler das Rechnen so lernen, dass wie es die Lehrpläne und Schulbücher vorsehen.

Rechenschwache Kinder operieren mit den Zahlen, ohne ihre Bedeutung begriffen zu  haben. Deshalb zählen sie oft heimlich mit den Fingern weiter, schematisieren und lernen Rechenregeln auswendig. Werden die Aufgaben komplexer, funktionieren diese Strategien nicht mehr. Dann können sie weder die Hausaufgaben noch die Aufgaben in schriftlichen Prüfungen mit  eigener Anstrengung meistern und reagieren mit Angst, Ärger, Dauerfrust, Rückzug oder Aggression und Leistungsverweigerung in letzter Konsequenz.

Ein verhängnisvoller Kreislauf von Aufrechterhaltung und Verschlimmerung der Problematik setzt sich in Gang, wenn „Mathe-lernen-Müssen“ zum Albtraum  wird. Dyskalkule/rechenschwache  Kinder sind oft verzweifelt, weil keiner versteht, was sie da nicht verstehen. 

 

„Kannst du addieren?“,  fragte die Königin. 

„Wie viel ist eins und eins und eins und eins und eins und eins und eins und eins?“

„Keine Ahnung“, sagte Alice. „Ich hab den Faden verloren.“

Lewis Caroll: Hinter den Spiegeln

 

 

 

Langanhaltende Schwierigkeiten erschweren den weiteren mathematischen Kompetenzaufbau und führen noch in der Grundschule dazu, dass rechenschwache Schüler einen großen Leistungsrückstand gegenüber ihren Mitschüler/innen aufweisen. Warum ist dies auch ein Thema für die weiterführenden Schulen? Bildungsstandards und Lehrpläne sehen vor, dass tragfähige Vorstellungen zu den natürlichen Zahlen bis zu einer Million in der Grundschule entwickelt sind. Gelingt dies nicht hinreichendem Maße, stehen die Schüler dann de facto vor unüberwindbaren Themen bis Klasse 10, weil  ihnen bereits das Verständnis für die natürlichen Zahlen fehlt.

 

Verschleppen der Dyskalkulie/Rechenschwäche in die Sekundarstufe I 

Es gibt auch die Schüler/innen, die schon seit Beginn ihrer Schulzeit an einer Rechenschwäche leiden und es in der Grundschule geschafft haben, notenmäßig unauffällig zu bleiben. Meist gelingt dies durch Auswendiglernen von Ergebnissen (Einmaleins) und einem gutem Gedächtnis hinsichtlich der Schematisierung von Rechenoperationen. Die sinnentleerte Schematisierung zeigt sich gerade darin, dass der geforderte Transfer in Klassenarbeiten scheitert und der Absturz der Noten, meist in Klasse 7 vorprogrammiert ist. 

Um das Begreifen geht es bei Betroffenen in höheren Klassen schon lange nicht mehr. Mathematik wird verstanden als eine Sammlung von reinen Handlungsanweisungen.  Bei abweichenden Aufgaben insbesondere Textaufgaben in Klassenarbeiten herrscht völlige Ratlosigkeit. Lösungsansätze, die dem Kontext der Aufgabenstellung entsprechen – Fehlanzeige. Der Blindflug zieht sich durch alle Themen durch. Die Ursachen sind so vielschichtig wie die Fehler selbst. 

Lehrkräfte in der Sekundarstufe I stehen damit vor der diagnostischen Frage: Sind schwache Mathematikleistungen in der Sekundarstufe durch mangelndes Verständnis für die stofflichen Inhalte der Sekundarstufe begründet oder beruhen sie auf Defiziten aus dem Bereich der Grundschulmathematik? Um letztgenannte Schwierigkeiten sensibel erkennen und einordnen zu können, sind Testverfahren notwendig. 

Die betroffenen Schüler/innen benötigen kurzfristige Entlastungen!

Die Überwindung einer Rechenschwäche stellt für einen Schüler der Sekundarstufe eine gewaltige kognitive Herausforderung dar. Zum einen soll er an Problemen der Grundschulmathematik arbeiten, die thematisch mit dem aktuellen Schulstoff scheinbar gar nichts mehr zu tun haben und bei denen die Mitschüler die entsprechenden Lernprozesse bereits Jahre vorher vollzogen haben. Zum anderen kommt zudem im regulären Mathematikunterricht der Sekundarstufe ständig Neues auf den Schüler zu. Beim Lernen des Neuen ist er gegenüber Mitschülern wiederum im Nachteil, weil Verstehensgrundlagen aus Vorjahren fehlen. Dadurch entsteht leicht eine dauerhafte Überlastung des Kindes bzw. Jugendlichen, die eine Überwindung der Rechenschwäche zu einem späterem Zeitpunkt gefährden kann. Methoden, bei denen alle Schüler einer Klasse an einer offenen Aufgabenstellung auf verschiedenen Niveaus arbeiten „natürliche Differenzierung“), sind. Bei den einen geht es um Nachholbedarf in der Arithmetik der Grundschule, bei den anderen um die Lehrplaninhalte der Sekundarstufe. Beides unter einen Hut zu bringen, erfordert zusätzliche Kapazitäten in der Schule oder die Inanspruchnahme eines externen Rechentrainings. 

Wer nach der Schule eine Ausbildung absolviert, besucht die Berufsschule. Auch dort werden in der Regel mathematische Grundlagen vorausgesetzt. Deshalb sollten Eltern großen Wert darauf legen, dass im Vorfeld eine Rechenschwäche  nicht unerkannt bleibt!

Azubis mit abgeschlossener Berufsausbildung, die beabsichtigen, eine Meisterprüfung abzulegen, bekommen umfangreiche Skripte in Mathematik,  naturwissenschaftlichen Fächern etc. Diese sind neben der Berufstätigkeit selbständig durchzuarbeiten und beinhalten in der Regel umfangreiche tragfähige schulische Kenntnisse, um die späteren theoretischen Prüfungen ablegen zu können. Auch hier biete ich ein Rechentraining an, das mathematikdidaktisch fundiert ist und mit klassischer Nachhilfe ergänzt wird. Es setzt an den vorhandenen Kenntnissen an und soll die gesamte Bandbreite in Skripten abdecken. 

Erwachsene – „Mathe war noch nie mein Ding“

Neben Kindern und Jugendlichen findet sich ein nicht unerheblicher Anteil von Erwachsenen mit besonderen Schwierigkeiten im Rechnen. Gespräche im Freundeskreis und es geht um Mathematik. Schnell werden Erinnerungen wach, auch unangenehme. Ängste und Unsicherheiten kommen hoch. Für den einen war Rechnen schon immer ein Buch mit sieben Siegeln. Die andere fühlte sich im Mathematikunterricht nicht ernst genommen und verlor darüber das Interesse. Einen Dritten plagten Albträume vor jeder Klassenarbeit. 

Wurde die Rechenschwäche in der Schulzeit nicht erkannt oder ignoriert, verschleppt sie sich ins Erwachsenenalter. Wo „Rechnen im Alltag“ auftaucht, haben Erwachsene in der Regel längst resigniert und eigene unzureichende Bewältigungstechniken entwickelt, um den ungeliebten Zahlen aus dem Weg zu gehen oder Angelegenheiten mit Zahlen an das nahe Umfeld delegiert.

So wird beim bspw. beim Einkaufen nur mit Euro-Scheinen oder bargeldlos mit EC-Karte bezahlt. Für das Umrechnen von Größen fehlt die Grundlage. Kalkulationen in jeglicher Form sind nicht nachvollziehbar. In Kostenabrechnungen wird blindes Vertrauen gesetzt. Soll die Wohnung renoviert werden, gibt es rechnerische Hindernisse bei der Bestellung der Materialien etc. 

Dabei bestehen gute Chancen, die Rechenschwäche auch im Erwachsenenalter zu überwinden.  Jedoch ist auch hier ein Umdenken unerlässlich, um tragfähigen Grundvorstellungen zu Zahlen und zu Rechenoperationen zu entwickeln.

 

Wege aus der Rechenschwäche – unverzichtbare mathematische Grundlagen für alle Betroffenen 

 

Vertiefung des Stellenwertsystems der Zahlen 

  • Die dekadische Grundidee erschöpft sich nicht darin, dass zehn Einheiten eines Stellenwerts (Stufenzahl) jeweils zu einer Einheit des folgenden Stellenwerts gebündelt und auch wieder entbündelt werden. Erst mit Kenntnis des Stellenwertsystems können Zahlbeziehungen aufgebaut und Größenordnungen richtig eingeschätzt werden. Es bietet Orientierung in großen Zahlenräumen, beim Blitzrechnen, bei der Umrechnung von Größen, beim Rechnen mit Dezimalzahlen etc

Ablösung vom zählendem Rechnen! 

  • Durch zählendes Rechnen entstehen nicht nur viele Rechenfehler, der interne Arbeitsspeicher wird unnötig belastet, die Automatisierung wird erschwert und die mathematische Entwicklung stagniert.

Verständnis der grundlegenden Rechenoperationen

  • Die Bedeutung guter rechnerischer Fähigkeiten, auch in Zeiten des Taschenrechners und digitalen  Programmen kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, sind sie doch unerlässlich für den weiteren mathematischen Kompetenzaufbau bis Klasse 10. Besagte Hilfsmittel sind nicht immer zur Hand und egal, ob Berufsschule oder Studium oder im Alltag sind immer wieder korrekte Rechenstrategien gefordert, die zu schnellen und richtigen Ergebnissen führen. 

Operationsvorstellungen und -beziehungen erfassen  und nutzen

  • Verhindert einseitige Erklärungsmuster und wirkt ernst zunehmenden, vor allem psychischen Begleitproblemen entgegen. 

 

Und!!!!!  wenn Betroffene den Teufelkreis Rechenschwäche durchbrechen, wieder Freude am Umgang mit Zahlen haben und zu einer realistischen positiven Selbsteinschätzung hinsichtlich ihrer mathematischen Kompetenzen gelangen, sind die Zielsetzungen des Rechentrainings erreicht. 

 

 

 

 

 

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